Dauermüdigkeit trotz Frühlingserwachen - Frühjahrsmüdigkeit

Die Sonne wärmt wieder, die Natur erwacht – aber viele könnten einfach nur schlafen. Gerade sensible Menschen leiden jetzt an Frühjahrsmüdigkeit, obwohl die Tage länger und heller werden. Sie sind unkonzentriert, antriebslos und vor allem: schlapp. Gerade im Beruf macht sich ein Leistungsabfall bemerkbar. Aber woher kommt diese Müdigkeit? Und was können Betroffene dagegen tun?

Wer ist für die Frühjahrsmüdigkeit besonders anfällig und wie äußert sie sich?

In Deutschland erleben geschätzte 50–70 Prozent der Menschen die klimatische Veränderung im Frühjahr ähnlich wie eine Krankheit, einzelne Symptome können sogar sehr ausgeprägt sein:

Neben einer intensiven Schläfrigkeit am Tag und Schlafstörungen in der Nacht gehören dazu auch Kreislaufprobleme, Gereiztheit, Kopfschmerzen oder depressive Verstimmungen. Eine Ursache, vor allem bei Frauen, ist der Eisenmangel. Kommen zu der Schlappheit noch Konzentrationsschwäche, Hautblässe oder Haarausfall dazu, besteht der Verdacht auf einen Eisenmangel. Eigentlich kein Wunder, denn Frauen verlieren mit ihrer Periode alle vier Wochen eisenreiches Blut. Davon abgesehen scheidet der Körper täglich kleine Mengen davon mit dem Schweiß und dem Urin aus.

Wie entsteht die Frühjahrsmüdigkeit?

Wenn die Temperaturen wieder steigen, muss sich der Körper allmählich daran gewöhnen. Der Organismus reagiert, indem sich die Blutgefäße weiten und der Blutdruck absackt. Auch ist der Melatoninspiegel, die Konzentration des sogenannten Schlafhormons, nach den langen Wintermonaten im Blut noch besonders hoch. Nur langsam drosselt die zunehmende UV-Strahlung auch die Produktion des Melatonins, um stattdessen die Herstellung des Glückshormons Serotonin anzuregen. Die Folge: Der Kreislauf kommt nicht recht auf Touren, das Melatonin polt uns weiterhin auf Dunkelheit.

Was kann man dagegen tun?

Die Lösung ist denkbar einfach: Tageslicht. Je mehr wir davon bekommen, unabhängig, ob es regnet, bewölkt ist oder schneit, desto wacher werden wir. Der biologische Wecker gibt durch den Wechsel von Tag und Nacht den stabilsten und vorhersehbarsten Impuls an unseren Körper. Sonnenlicht tut besonders gut: Es senkt nicht nur das stimmungsdämpfende Hormon Melatonin, sondern beschleunigt auch die Serotoninausschüttung.

Und es regt die Bildung von Vitamin D an. Also nichts wie raus an die frische Luft: Alles, was uns so richtig außer Puste und ein bisschen ins Schwitzen bringt, reduziert die Beschwerden. Um den Stoffwechsel noch besser anzuregen, sollte eine gesunde Ernährung nicht zu kurz kommen.